Neue Filternorm ISO16890 - Lueftungstechnik & Klimatechnik Markus Späth

ISO 16890 – neue Norm für weniger Feinstaubbelastung

Seit 1. Juli ist mit der ISO 16890 eine neue Norm zur Klassifizierung von Luftfiltersystemen in Kraft. Wir geben Ihnen einen schnellen Überblick über alles, was Sie darüber wissen müssen.

Mit der ISO 16890 kann die Leistungsfähigkeit eines Luftfilters im realen Betrieb viel genauer erfasst werden.
Wir stellen Ihnen die neue Norm für Luftfilter im Schnelldurchgang vor.

Die EN 779 war doch toll. Jeder kennt F7 und G4. Warum macht eine neue Norm Sinn?

In der öffentlichen Berichterstattung, aber auch in der Wahrnehmung der Bevölkerung nimmt das Bewusstsein für Luftverunreinigungen zu. Insbesondere die Belastung der Luft mit Feinstaub ist ein Thema, das von der Öffentlichkeit, auch unter Gesundheitsaspekten, kritisch verfolgt wird.

Das Testverfahren der alten Norm EN 779 erfolgte nur gegenüber einer Partikelgröße von 0,4 µm. In der Realität setzt sich der Feinstaub aber aus verschiedensten Partikelgrößen zusammen. Eine Anpassung des Testverfahrens und des Teststaubes an reale Betriebsbedingungen spiegelt die wirkliche Leistungsfähigkeit eines Filters also besser wieder.

Und wie wird in Zukunft getestet?

Die neue Norm erfasst nun die Fähigkeit eines Filters, verschiedene Partikelgrößen von 0,3 µm bis 10 µm auszufiltern oder zu reduzieren: Genau der Partikelbereich, der für den menschlichen Organismus eine potentielle Gefahr darstellt und als Feinstaub bezeichnet wird. Das Testverfahren ist also realitätsnäher und sagt mehr über die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Luftfilters aus.

Wie heißen die neuen Filterklassen nach ISO 16890?

Grundsätzlich gibt es in Zukunft vier Klassen für Luftfilter, für die eine Mindestanforderung definiert und auf jedem Luftfilter angegeben ist:

Filterklasse Wirkungsgrad Partikelmischung
ISO COARSE < 50% 0,3 µm bis 10 µm
ISO ePM10 > 50% 0,3 µm bis 10 µm
ISO ePM2.5 > 50% 0,3 µm bis 2.5 µm
ISO ePM1 > 50% 0,3 µm bis 1 µm

Wie werden die Filter in Zukunft bezeichnet?
Jeder nach ISO getestete Filter wird mit der Filterklasse ausgewiesen, in der er den geforderten Wirkungsgrad von mindestens 50% gegenüber der eingesetzten Partikelmischung noch einhält. Die Abscheideleistung gegenüber anderen Filterklassen kann in den technischen Dokumentationen des Filters zusätzlich angegeben werden.

Beispiel 1:
Filterbezeichnung: ISO ePM10 70%

Dieser Code bezeichnet einen Filter, der gegenüber dem Teststaub mit Partikeln zwischen 0,3 µm bis 10 µm 70% Abscheideleistung hat. Dies wäre ein Filter mit mittlerer Filterklasse. Die Leistung bezieht sich auf den zweitgröbsten Teststaub (PM10). Für feineren Teststaub erreichte er offenbar nicht die notwendigen 50%.

Beispiel 2:
Filterbezeichnung: ISO ePM1 75%

Dieser Code bezeichnet einen Filter, der gegenüber Teststaub mit Partikeln zwischen 0,3 µm bis 1 µm 75% mittlere Abscheideleistung hat. Dies wäre bereits ein Feinstaubfilter. Die Leistung bezieht sich mit ePM1 auf den feinsten Teststaub (PM1).

Gibt es für Ersatzfilter eine Übersetzungstabelle zwischen alten und neuen Filtern?
Grundsätzlich ist eine einfache Umsetzung der alten Filterklassen in die neuen nicht möglich, da die Testverfahren nicht wirklich vergleichbar sind. Für alle HTH Taschenfilter haben wir allerdings eine Tabelle zusammengestellt, aus der Sie die erreichten Werte nach ISO 16890 ersehen können:

Alte EN 779 ISO 16890
G4 ISO COARSE 90%
M5 ISO ePM10 70%
M6 ISO ePM2.5 55%
F7 ISO ePM2.5 65%
F8 ISO ePM1 75%
F9 ISO ePM1 80%